14. internationales QFF-Treffen in Köln

Das 14. Internationale QFF-Treffen in Köln sollte ein ganz besonderes werden. Es begann schon mit einem überraschenden Empfang am Kölner Hauptbahnhof.

Unsere Freunde vom Fanclub „Andersrum auf Schalke“ haben uns mit einem Plakat und Sekt zur Begrüßung einen herzlichen Empfang beschert. Vielen Dank nochmal an Andi und Martin – das ist wahre Fanfreundschaft! Zum offiziellen Start in der Stammkneipe des gastgebenden Fanclubs „Andersrum rut-wiess“ vom 1. FC Köln, zu dem jeder Fanclub beim Eintreffen mit der jeweiligen Vereinshymne begrüßt wurde, ist uns schnell klar geworden, dass es diesmal kein gewöhnliches Treffen wird.

Es hatte sich bereits ein Kamerateam des WDR angekündigt und eine Live-Schaltung in die Sendung „Lokalzeit“ bescherte die ersten Interviews zum Coming-Out von Thomas Hitzlsperger. Am Samstag ging es dann im Rheinenergie-Stadion mit der internen Tagung weiter. Auch hier hat uns die Presse durch den Tag begleitet und immer wieder Interviews und Bildaufnahmen gemacht. Es entstand außerdem ein Gruppenbild auf der VIP-Tribüne.

Neu aufgenommen wurden die „Regenbogenadler“ (Eintracht Frankfurt), die „Queer Guards“ aus Mönchengladbach sowie die „Bunte Legion 07“ vom FC Augsburg. Damit sind aktuell 25 deutsche, 3 Schweizer und ein niederländischer Fanclub in QFF vernetzt.

Am Nachmittag gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie (un)politisch ist der Sport?“ hierbei waren unter anderem zu Gast Josefine Paul, Landtagsabgeordnete der Grünen, ein Vertreter der Kölner Ultra-Fangruppierung „Coloniacs“, der offen schwule Vorsitzende des Mainzer Fanprojekts Markus Delnef sowie Vertreter aus schwul-lesbischen Organisationen.

Es wurde über die homophobe Gesetzgebung in Russland, die Kriminalisierung lesbischer und schwuler Lebensweisen des Ausrichters der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022, Kriminalisierung von Fußballfans im Allgemeinen und natürlich das Outing im Männerfußball gesprochen. Im Anschluss wurden wir noch zu einem offiziellen Empfang des Oberbürgermeisters der Stadt Köln, in den Hansasaal des Kölner Rathauses eingeladen. Danach begann der gemütliche Teil mit einem leckeren Abendessen und anschließenden Besuch der Kölner Szene.

Was nehmen wir von diesem Treffen mit und was wünschen wir uns?

Durch seinen Gang an die Öffentlichkeit hat Thomas Hitzlsperger großen Mut bewiesen und dafür gebührt ihm unser größter Respekt! Nun gibt es endlich Klarheit: Es gibt schwule Profifußballer.

An den vielen positiven Reaktionen stellt man fest, dass es der richtige Schritt zur richtigen Zeit war. Aufgrund des großen Medienrummels sieht man aber auch, dass wir noch lange nicht in der „Normalität“ angekommen sind. Eigentlich dürfte dieses „Bekenntnis zu seiner Sexualität“ keine Schlagzeile mehr wert sein. Bis dahin sind wir ALLE gefordert, unseren Teil dazu beizutragen, dass auch ein „aktiver“ Profifußballer keine Angst vor seinem „Coming-Out“ haben muss und einfach seinem Beruf nachgehen kann, wie jeder andere auch.

norisbengel
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